Wusstest du, dass du als Twitch-Streamer:in automatisch auch für Amazon arbeitest? Leider wirst du dafür nicht bezahlt. Twitch nutzt die Daten von Streamer:innen und Nutzer:innen für das Training generativer KI-Modelle vom Mutterkonzern Amazon. Jedoch kann man nur für künftiges Training wiedersprechen, die Chatverläufe, Clips, Aufzeichnungen, Stream-Chats sowie Bilder und Texte auf dem eigenen Kanal, die schon in den Trainingslauf eingeflossen sind, kann man nicht mehr retten.
Der Streamer Warren Pandiscia klagt Twitch und Amazon vor dem kalifornischen Bundesbezirksgericht deswegen an. Laut Klageschrift verwenden Amazon und Twitch seit 2024 Chatverläufe, Bilder oder Texte nicht nur für das Training von KI-Modellen, sondern auch um davon zu profitieren und um seine Materialen zu vermarkten. All dies geschah, ohne um Erlaubnis zu fragen. Noch haben sich hierzu weder Amazon noch Twitch geäußert.
Was tun: Twitch behauptet, dass die Nutzer:innen der Verwendung ihrer Dateninhalte für generative KI-Modelle bei Amazon wiedersprechen könnten. Der neue Schalter heißt „Training für generative KI“ und kann in den Kontoeinstellungen unter „Sicherheit und Privatsphäre“ gefunden werden. Es ist bei jedem standartmäßig aktiviert, man nennt das „Opt-out“. Normalerweise solltest du erst gefragt werden, ob mit deinen Daten trainiert werden darf. Diese voreingestellte Deaktivierung heißt „Opt-in“.
Aber leider schützt der Wiederspruch nicht hundertprozentig vor Datenklau, denn wenn du im Stream eines anderen Spielers schreibst, der das KI Training nicht ausgeschaltet hat, fließen deine Daten über seinen Stream trotzdem zu Amazon.
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