Bald auch in Deutschland ein Social-Media-Verbot?

Bild von einer Gruppe von Jugendlichen mit Handys in den Händen mit vielen Amojis und einem Verbotzeichen mit deutscher Flagge
Jacob Lund, canva.com, bearbeitet


Nach Australien (Dezember 2025) und Frankreich (Januar 2026) folgen ein Monat später Vorschläge für ein Social-Media-Verbot für unter 14 Jährige auch in Deutschland. Die Bundesfraktion SPD fordert klare Regeln. Sie befürworten in einem Impulspositionspapier für Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren ein striktes Social-Media-Verbot. Es sollte eine Regelung nach Alter für die Nutzung der Dienste wie TikTok, Instagram, Facebook, X und so weiter geben, aber unter 14 Jahre sollte es tabu sein. Es sollen 3 Altersstufen entstehen: unter 14, 14 – 16 und ab 16. Auch aus der CDU kommen zustimmende Rückmeldungen. Auch andere Länder: Dänemark, Großbritannien und Spanien, planen ähnliche Maßnahmen und Gesetzentwürfe.

Die Argumente sind, dass die Plattformen selbst zu wenig technische Schutzmaßnahmen bieten und Verstöße nicht sanktionieren. Darüber hinaus möchte die SPD eine Jugendversion für 14 – 16 Jährige ohne Dark Patterns hinsichtlich der Datenübertragung wie algorithmische Feeds, Profilierung und Tracking, personalisierte Inhalte oder suchtfördernde Funktionen wie endlose Inhalte zum Scrollen, Autoplay oder Gamifizierung. Für unter 16 Jährige sollte es eine “Identifikations-App EUDI-Wallet-App” geben, in der die Eltern oder Erziehungsberechtigte bestimmte Parameter zu den Algorithmen festlegen können – man muss somit aktiv und bewusst entscheiden, ob man die Algorithmen zulassen möchte. Auch ab 16, also auch für Jugendliche und Erwachsen, sollten die algorithmusbasierte Systeme zunächst ausgeschaltet sein und nur mit aktiver Zustimmung eingeschaltet werden. Damit möchte die SPD junge Menschen vor digitaler Gewalt, Cybermobbing, Gewalt, sexualisierte Inhalte und KI-Fälschungen schützen. Darüber hinaus sollte man selbst entscheiden, was man sehen möchte und nicht, was man als Vorschlag von den Plattformen zu sehen bekommt.

Kritiker:innen, Medienpädagogen und sogar Schüler:innen äußern sich skeptisch. Deren Ansichten nach sollten eher die Präventionsmaßnahmen, mehr Aufklärungsarbeiten und Steigerung der Medienkompetenz der Kinder, Jugendlichen und Eltern erhöht werden, als strikte Verbote auszusprechen. Mit Verboten seien Problemfälle nur verschoben, nicht aufgehoben. Die Entwicklung ist weiterhin abzuwarten. 

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