Discord führt neue Altersverifikation ein – Nutzende reagieren kritisch

Discord Logo in 3D
Unsplash / Alexander Shatov

 

Ab dem 1. März 2026 müssen Nutzende von Discord in Deutschland ihr Alter bestätigen, um vollen Zugriff auf alle Funktionen zu erhalten. Betroffen sind unter anderem 18+-Server, als sensibel markierte Inhalte und Stage-Channels. Direktnachrichten von Fremden landen ohne Verifikation automatisch in einem separaten Postfach. Dieses sogenannte „Teen by Default“-Prinzip sorgt dafür, dass alle Accounts zunächst mit besonders sicheren Einstellungen starten, bis das Alter nachgewiesen wird.

Die Altersverifikation erfolgt über einen Ausweis-Scan oder ein Video-/Selfie-Verfahren, das über externe Dienstleister wie Persona abgewickelt wird. Discord betont, dass die Daten nur zur Altersprüfung genutzt werden. Kritiker weisen jedoch auf potenzielle Risiken hin: sensible Informationen wie Ausweisfotos könnten bei Sicherheitsvorfällen kompromittiert werden. Zudem ist Discord Closed Source, das heißt, der Quellcode ist geheim, sodass Nutzer:innen können also nicht selbst prüfen, wie die Daten verarbeitet, gespeichert oder gelöscht werden.

In Tests in anderen Ländern gab es bereits Sicherheitsvorfälle bei der Altersverifikation durch externe Dienstleister, bei denen Verifikationsdaten temporär öffentlich zugänglich waren. Solche Vorfälle zeigen, dass die Verarbeitung sensibler Identitätsdaten immer ein Risiko darstellt – selbst wenn die Plattform an sich keine Sicherheitslücke hatte.

Die Änderungen führen bereits zu spürbaren Reaktionen: einige Nutzende wechseln zu Alternativen wie Teamspeak oder Stoat.chat, die keine verpflichtende Altersverifikation verlangen. Discord erklärt, dass die Maßnahme dem Schutz von Minderjährigen dient und internationale Sicherheitsstandards erfüllt.

Insgesamt bleibt die neue Altersverifikation ein Balanceakt zwischen Sicherheit und Datenschutz. Sie soll jüngere Nutzende schützen, wirft aber zugleich Fragen auf, wie sensible Daten von Millionen Menschen verantwortungsvoll gehandhabt werden.

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