Social-Media-Konzerne wegen süchtig machender Praktiken in der Kritik

Iphone mit Facebook geöffnet neben einem Macbook
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In den USA gab es in den vergangenen Monaten Tausende von Klagen gegen Facebook und YouTube von Eltern, Kindern und deren Hinterbliebenen und Schulverwaltungen. Über das Ergebnis dieser Klagen sollen Gerichte und Geschworene entscheiden. Auch in der EU droht TikTok eine Geldstrafe, hier geht es um die Suchtgefahr seiner App.

In den Klagen in den USA geht es darum, in welchem Umfang die Betreiber sozialer Netzwerke, im konkreten Fall der Meta-Konzern für Facebook und der Google-Mutterkonzern Alphabet, eine Schuld am Leid von Kindern und deren Umfeld tragen. Darüber hinaus wird gefragt, ob sie absichtlich Funktionen einbauten, die Kinder süchtig machen, und welche Verantwortung die Plattformen für die Auswahl der den Kindern angezeigten Inhalte tragen. Snapchat und TikTok haben sich einen Vorteil gegenüber YouTube und Facebook verschafft: Sie haben Vergleiche geschlossen, das heißt sie können sich daran orientieren, wie sich YouTube und Facebook vor Gericht schlagen und was den Geschworenen gefällt und was nicht.

Aufgrund der hohen Anzahl der Klagen, werden alle in einem Verfahren gebündelt. Aus diesen wurden drei tragische Fälle rausgesucht: KGM, RKC und Moore. An den Urteilen dieser, sollen sich dann die Vergleichsverhandlungen der anderen Klagen dann orientieren. Die Datenkonzerne versuchen natürlich, sich aus den Vorwürfen herauszureden.

Im Fall von TikTok in der EU soll TikToks Algorithmus spezifisch so gestaltet sein, dass es süchtig macht. Durch die Personalisierung sind die Beiträge genau auf die Nutzenden zugeschnitten, durch das Scrollen wirkt jedes Video als Belohnung für die Fingerbewegung und versetzt das Gehirn in einen Autopilot-Modus des Dauerscrollens. Dieses Phänomen ist auch als Doomscrolling bekannt.

Darauf basierend, nimmt auch die Diskussion über ein Social-Media Verbot für unter 16-Jährige in EU-Staaten an Fahrt auf. Sollten die Verfahren zu Lasten von Meta, Alphabet und TikTok ausgehen, könnten die Konzerne dazu gezwungen werden, ihr Geschäftsmodell mit deinen Daten umzustellen. Im besten Fall wäre es, ihnen diese Beeinflussung der Nutzenden dann zukünftig zu untersagen.

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