Social Media-Verbot: Was sagen Jugendliche dazu

Eine Gruppe von Jugendlilchen mit Handys in den Händen äußern sich mit Sprechblasen zu Thema Social Media-Verbot
Jacob Lund, canva.com, bearbeitet

 

Es werden gerade Anfang 2026 viele Pläne geschmiedet, um Kinder und Jugendliche im Netz besser zu schützen. Keine Frage, denn die derzeitigen Schutzmechanismen bezüglich Altersprüfung, Inhalte und Kontaktanfragen bei verschiedenen Plattformen sind nicht explizit für Kinder und Jugendliche gemacht. Deswegen sollen von den Dienstleistern und Betreibern Maßnahmen ergreifen. Dazu befürwortet die Politik ein Verbot von Social Media für unter 14-Jährige ganz, eine abgemilderte geschützte Version für 14- bis 16-Jährige und eine zum Teil geschützte Variante für 16- bis 18- Jährige. Dieser Vorschlag erntet von vielen Seiten direkte Zustimmung.

Das Verbot von Social Media unter 16 Jahren in Australien zeigt der Berichten nach sowohl Vor- als auch Nachteile. Kinder und Jugendliche greifen wohl wieder öfter zu Büchern oder fahren mehr Fahrrad. Gleichzeitig aber suchen sie nach Wegen, wie sie an die Plattformen gelangen, die sie vermissen, indem sie das Handy den Eltern ins Gesicht halten, um sich Zugang zu Social Media zu verschaffen oder suchen nach anderen Wegen, wie sie die Schutzmechanismen umgehen können.

In den Augen von Jugendlichen erscheint es aber, dass sie in die Debatte nicht einbezogen werden. Was sagen die Jugendlichen selbst dazu? Das wird nicht so oft gefragt. Die Erwachsenen entscheiden, weil sie eine andere Kindheit kennen. Der Umgang mit Social Media und den Inhalten soll gelehrt werden und nicht einfach nur auf ein bestimmtes Alter verschoben werden. Auch viele Expert:innen raten eher zu einem erhöhten Aufklärungsbedarf, zu einem begleiteten Umgang und zur Steigerung der Medienkompetenz als zu vollständigen Verboten, denn Kinder und Jugendliche finden schon sehr kreative Wege, wie Systemhürden und Beschränkungen zu umgehen sind. 

In Mecklenburg-Vorpommern äußern sich Medienscouts MV zu dem geplanten Verbot von Social Media im Beitag des NDR Social Media erst ab 14 Jahren? - Jugendliche üben Kritik und setzen damit ein klares Zeichen. Die Medienscouts MV äußern sich eher kritisch bezüglich eines Verbots und setzen nauch auf mehr Medienkompetenz und Aufklärung: je früher, desto besser. Denn nur wenn man die Gefahren kennt, kann man Social Media genießen und selbstbestimmt nutzen.

Die Medienscouts sind nach ihrer Ausbildung in Themen wie Cybermobbing, Apps, Mediensucht, Datenschutz, KI, Social Media, Fake News und Gaming fit und können auch anderen helfen und bei der Aufklärung einen großen Beitrag leisten. Bei den Ausbildungswochenenden von Medienscouts MV - Jugend klärt auf treffen Jugendliche der 8.-10. Klassen aus MV aufeinander und tragen nach der Ausbildung ihr Wissen an ihre Freunde und Mitschüler:innen und veranstalten Projekttage, Workshops oder machen Posts zur Aufklärung. Bei dem Projekt arbeiten verschiedene Institutionen zusammen, so dass ein breites Spektrum an Wissen und Themen vermittelt und kreativ umgesetzt werden kann, denn die Themen können dann produktiv und kreativ in einer medienarbeit als Film, Audio oder Bildmaterial verarbeitet werden.

Lust, selbst aktiv zu werden? Wenn du das spannend findest, kannst du nach ähnlichen Initiativen oder Projekten in deiner Umgebung suchen und vielleicht sogar selbst Medienscout werden!

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