Du schreibst ChatGPT, was dich interessiert und beschäftigt. Jetzt im Herbst 2026 kommt OpenAI und implementiert Werbung in ChatGPT, dazu können Informationen aus deinen aktuellen und früheren Gesprächen auch für die Auswahl von Produkten relevant werden.
Seit Februar 2026 testet OpenAI Werbung bei ChatGPT in den USA. Inzwischen ist das Angebot auch in Europa und somit auch in Deutschland verfügbar. Anzeigen können in kostenlosen und anderen günstigen Abo-Tarifen erscheinen. Die Werbung soll dabei von den Antworten getrennt bleiben. Laut OpenAI erhalten Werbetreibende keinen Zugriff auf deine Chats. Die Antworten von ChatGPT sollen außerdem nicht durch die Anzeigen beeinflusst werden. OpenAI arbeitet inzwischen auch mit Unternehmen wie Integral Ad Science (IAS) zusammen. IAS soll unter anderem prüfen, in welchem Umfeld Werbung angezeigt wird und wie geeignet dieses Umfeld für Unternehmen ist.
Dein Chat kann für Werbung relevant sein
ChatGPT kennt durch deine Gespräche möglicherweise mehr über deine Interessen als eine gewöhnliche Website. Du kannst zum Beispiel nach einem neuen Fahrrad Fragen oder über deine Hobbys sprechen. Unter bestimmten Einstellungen können Informationen aus deinen Chats für die Auswahl von Werbung verwendet werden. Dazu können auch vergangene Gespräche oder gespeicherte Erinnerungen gehören. Die Werbetreibenden bekommen diese Informationen laut OpenAI nicht zu sehen. Trotzdem werden deine Daten verarbeitet, damit dir passendere Werbung angezeigt werden kann.
Warum ist das aus Datenschutzsicht interessant?
Je persönlicher dein Chat mit der KI ist, desto mehr kann diese daraus über dich erfahren. Das können unter anderem deine Interessen, Gewohnheiten oder Informationen über die eigene Lebenssituation sein.
Deshalb stellt die DSGVO gewisse Anforderungen an die Verarbeitung personenbezogener Daten. Dazu gehören unter anderem Transparenz und Datenminimierung. Du sollst erkennen können, welche deiner Daten für welchen Zweck verwendet werden.
Das bedeutet nicht automatisch, dass die Werbung von ChatGPT rechtswidrig ist. Entscheidend sind unter anderem die konkrete Rechtsgrundlage und die Möglichkeiten, die Verarbeitung einzuschränken.
Was kannst du tun?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du deine Daten besser schützen kannst:
- Werbung verwalten: Unter Einstellungen und dann Werbeeinstellungen kannst du die Personalisierung von Werbung deaktivieren.
- Keine Einwilligung für personalisierte Werbung erteilen.
- Keine vertraulichen und persönlichen Informationen mit ChatGPT teilen.
- Datennutzung einschränken: Unter Einstellungen und dann Datenkontrollen kannst du festlegen, ob deine Gespräche zur Verbesserung der Modelle verwendet werden dürfen.
- Temporären Chat verwenden: Bei temporären Chats werden deine Erinnerungen nicht verwendet oder aktualisiert.
- Ohne OpenAI-Konto chatten: Wenn ChatGPT die Funktion ohne Anmeldung anbietet, kannst du sie nutzen, ohne deine Unterhaltungen mit einem persönlichen Konto zu verknüpfen.
- Kaufe dir ChatGPT Plus oder höher um es werbefrei zu nutzen.
- „Choose your AI“: Du musst nicht immer zwingend ChatGPT benutzen. Es gibt auch KIs, welche Ghost-Modus und private Chats ohne Speicherung anbieten (z.B. DuckAI oder Lumo).
Überlege, was du ChatGPT erzählst
ChatGPT kann bei vielen Fragen hilfreich sein. Trotzdem musst du nicht alles über dich erzählen. Gib möglichst nur die Informationen ein, die für deine Frage notwendig sind. Denn auch wenn Werbebetreibende deine Chats nicht direkt sehen, können deine Gespräche viele höchstpersönlichen oder sogar intimen Informationen enthalten, die bei der werbeorientierten Profilbildung nicht einfließen sollten. Datenschutz beginnt auch bei der Frage: Wie viel muss ich einer KI wirklich erzählen?
Weiter Infos unter:
- Der LfD Niedersachsen: ChatGPT mit personalisierter Werbung künftig auch in Europa
- Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit: Datenschutzbeauftragte sensibilisiert für personalisierte Werbefunktion bei ChatGPT
- Tagesschau: Strategiewechsel bei KI-Firma. Bald Werbung bei ChatGPT
- Heise: Werbung in ChatGPT: OpenAI plant „gesponserten Agenten“ und Anzeigen per Prompt
