KI-Chatbot als Ministerin in Albanien

Bild der Website der Albanischen Regierung, auf welcher sich ein KI-Chatbot befindet.
e-albania.al


In Albanien wurde „Diella“, ein KI-Chatbot als Ministerin vorgestellt. Der dortige Ministerpräsident Edi Rama stellt das als Lösung gegen Korruption bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen dar.
Seit Anfang dieses Jahres ist „Diella“ schon im Einsatz und hilft Bürger:innen Dokumente einzureichen und Informationen auf der Regierungsseite zu finden. Auch ist sie eine PR-Aktion Edi Ramas, um dem Argument der Korruption der EU gegen einen Beitritt Albaniens den Wind aus den Segeln zu nehmen. Aber kann KI statt eines Mitarbeiters der Verwaltung Entscheidungen treffen?

Die KI wurde mit Microsoft zusammen programmiert und soll mit der Zeit mehr Aufgaben übernehmen. Dies ist allerdings wieder mal ein Datenschutzproblem, da die Bürger:innen teilweise auch ihre persönlichen Informationen in Form von zum Beispiel Dokumenten einreichen.

Auch wird von der Albanischen Regierung behauptet, dass die KI in Zukunft Entscheidungen als Ministerin treffen könnte. Um als Ministerin Entscheidungen zu treffen, bräuchte „Diella“ Zugriff auf Regierungsinformationen. Diese umfassen häufig sensible Informationen und Nachrichten! 
Außerdem ist die Frage, inwiefern der Algorithmus das Verhalten des KI-Chatbots, nachvollziehbar macht und vor eventuellem Eingriff oder Manipulation von außen geschützt ist. 

Die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sieht da in Artikel 22 übrigens ganz klar Grenzen. Entscheidungen mit rechtlicher Wirkung oder anderen erheblichen Auswirkungen auf das Leben einer Person, dürfen nicht einem Algorithmus überlassen werden. Auch die „Hambacher Erklärung zur künstlichen Intelligenz“ zeigt nochmal, wo die Grenzen von KI-Entscheidungen liegen sollen. Somit wäre sowas in Deutschland nicht möglich!

Mehr:
spiegel.de
deutschlandfunk.de
tagesschau.de
dsgvo-gesetz.de
youngdata.de