
Roblox, Minecraft oder Fortnite: Wer sammelt die meisten Daten?

Minecraft, Fortnite und Roblox gehören zu den beliebtesten Online-Spielen weltweit. Millionen Kinder und Jugendliche bauen Häuser, kämpfen gegeneinander oder entdecken virtuelle Welten. Aber während sie spielen, passiert im Hintergrund noch etwas anderes: Es entstehen Daten.
Warum Spiele so viel über dich wissen wollen
Alle drei Spiele speichern, wann du spielst, mit wem du spielst und welche Inhalte du kaufst. Das ist technisch nötig, damit Online-Spiele funktionieren. Gleichzeitig sind diese Daten aber auch wirtschaftlich interessant. Die Unternehmen hinter den Spielen können damit verstehen, was Spieler:innen mögen – und wie sie Geld verdienen können. Doch die Spiele gehen recht unterschiedlich mit Daten um – wir haben mal für dich verglichen.
Spielewelten im Datenschutz-Vergleich
Minecraft wird von Microsoft betrieben und ist ein klassisches Sandbox-Spiel zum Bauen und Erkunden. Das Geschäftsmodell ist unkompliziert: Du kaufst das Spiel einmal, dazu gibt es optionale Inhalte; ein Microsoft-Konto wird vorausgesetzt. Die USK gibt das Spiel ab 6 Jahren frei. Datenseitig entstehen vor allem Spielverhalten, IP-Adresse, Server- und Kontaktdaten sowie Käufe – innerhalb des Spiels gibt es keine personalisierte Display-Werbung, und die Kaufanreize sind eher gering. Wichtig ist das Thema Drittanbieter: Mods und Community-Server liegen außerhalb der Kontrolle von Microsoft. Über die Microsoft-Familienkonten lassen sich Schutzeinstellungen für Kinder einrichten.
Fortnite stammt von Epic Games, ist ab 12 Jahren freigegeben (USK 12) und kombiniert Battle-Royale-Spiel mit Events und einer großen Community. Der Einstieg ist kostenlos, Geld verdient Epic über den In-Game-Shop und die Währung V-Bucks; ein Epic-Games-Konto ist Voraussetzung. Verarbeitet werden Spielverhalten, IP-Adresse, Chats, Kontakte und Käufe, dazu kommen viele Marken-Skins und Events. Die Kaufanreize sind sehr stark – Shop, Battle Pass und zeitlich limitierte Items setzen bewusst unter Druck. Ein eigener Aspekt sind die sogenannten „Dark Patterns", also Marketing-Mechanismen, die das Kaufverhalten beeinflussen; Hintergrund ist eine FTC-Strafe gegen Epic Games aus dem Jahr 2022. Auch die offenen Voice- und Text-Chats sind ein Thema. Die Elternkonten wurden nach der FTC-Strafe deutlich verbessert.
Roblox wird von der Roblox Corporation betrieben und ist weniger ein einzelnes Spiel als eine Plattform mit Millionen von Mini-Spielen, die Nutzer:innen selbst gestalten. Der Einstieg ist kostenlos, bezahlt wird über die Währung Robux; ein Roblox-Konto ist nötig. Eine USK-Freigabe im klassischen Sinn gibt es nicht: Der Anbieter selbst nennt 13 Jahre, deutsche Jugendschutzstellen wie BzKJ, klicksafe oder jugendschutz.net empfehlen die Nutzung erst ab 16. Datenseitig entstehen Spielverhalten, IP-Adresse, Chats, Käufe und Profilinfos, ergänzt durch Markenwelten und Kooperationen mit Unternehmen wie Nike, Gucci oder Lego. Die Kaufanreize sind stark (Robux, Abos, Upgrades). Besonders sensibel ist die biometrische Altersverifikation per Gesichtsscan, bei der Daten der besonderen Kategorie nach Art. 9 DSGVO verarbeitet werden. Hinzu kommen die vielen fremden Entwickler:innen auf der Plattform und zahlreiche offene Chats. Eltern-Tools sind vorhanden, sollten aber in den Voreinstellungen geprüft werden.
Worauf du bei welchem Spiel besonders achten solltest
Statt einer Gesamtnote zeigen wir dir, in welchen Bereichen die drei Spiele Aufmerksamkeit verdienen. Ein „ausgeprägt" bedeutet dabei nicht automatisch „schlecht" – sondern, dass dieser Punkt besonderes Hinschauen lohnt.
Minecraft | Fortnite | Roblox | |
Werbung & Marken im Spiel | ○ | ● | ● |
Kaufanreize / In-Game-Käufe | ○ | ● | ● |
Offene Chats mit Fremden | ◐ | ● | ● |
Datenverarbeitung durch Drittanbieter | ◐ (Mods, Server) | ○ | ● (Plattform-Entwickler) |
Sensible Daten (z. B. biometrisch) | ○ | ○ | ● (Gesichtsscan) |
Konto-Bindung an großes Tech-Ökosystem | ● (Microsoft) | ◐ | ○ |
Legende:
○ gering · ◐ mittel ● ausgeprägt
Heißt das, dass eines der Spiele „gut" und die anderen „schlecht" sind? So einfach ist es nicht – jedes der drei Spiele hat seine Stärken und seine sensiblen Stellen. Entscheidend ist, dass du weißt, wo du genauer hinschauen musst: Wenn du vorher deine Einstellungen prüfst, vorsichtig mit Chats umgehst und nicht zu viele persönliche Infos preisgibst, hast du das meiste selbst in der Hand.




