Du kannst dir Informationsfreiheit wie ein „Türöffner“ für staatliche Informationen vorstellen: Grundsätzlich solltest du erfahren dürfen, was Behörden tun – und warum. Das ist wichtig, damit du mitreden kannst, statt nur zu hoffen.
Einstiegsbeispiel: Ekel-Listen von Restaurants
Ein klassisches, greifbares Beispiel für Informationsfreiheit sind sogenannte Hygiene-/Kontroll- oder Bewertungslisten zu Restaurants (manchmal „Ekel-Listen“ genannt). Die Idee dahinter: Wenn Behörden Kontrollen machen (z.B. Hygienechecks), dann sollen die Ergebnisse nicht komplett im Dunkeln verschwinden, sondern für die Öffentlichkeit nachvollziehbar sein. Gerade für Verbraucher:innen ist das praktisch, weil du dich informierter entscheiden kannst, wo du essen gehen willst.
IFG einfach erklärt
Das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) soll sicherstellen, dass du Zugang zu amtlichen Informationen bekommst, wenn du etwas wissen willst. In vielen Ländern/Regelwerken gilt dabei: Es gibt nicht grundsätzlich „alles geheim“, sondern es wird eher nach dem Prinzip „erst mal offen“ gearbeitet – Ausnahmen gibt es, aber die müssen begründet sein (z.B. innere Sicherheit).
Historisch ist das IFG in Deutschland relativ jung:
Es entstand aus dem Gedanken, dass ein Staat nicht nur verwalten soll, sondern auch rechenschaftspflichtig ist. Also: Wenn Geld aus Steuern fließt und Entscheidungen getroffen werden, dann soll die Gesellschaft die Infos dazu bekommen können – nicht nur „Insider“ oder Journalisten.
Projekte: Public Sector Information & Open Data
Richtlinie zur Öffentlichen Nutzung (PSI) + Open Data
Die Public Sector Information (PSI) / Open Data-Logik / Datennutzungsgesetz (DNG) bauen auf der Idee auf, dass bestimmte Daten und Informationen aus dem öffentlichen Bereich wiederverwendbar sein sollen - möglichst als offene Daten, statt nur „auf Anfrage“ oder in schwer nutzbaren Formaten. Das ist gut, weil Menschen und Teams damit neue Anwendungen bauen können (z.B. Karten, Auswertungen, Vergleiche), ohne jedes Mal bei Behörden einzelne Dokumente zusammentragen zu müssen.
GovData:
GovData (als zentrale Stelle für offene Verwaltungsdaten) macht genau das leichter: Es bündelt bzw. organisiert Datensätze, damit du nicht bei jeder Behörde einzeln suchen musst. In der Praxis senkt so ein Portal die „Entfernung“ zwischen dir und Daten – von „Ich müsste da erst ewig recherchieren“ zu „Ich kann gezielt schauen, was verfügbar ist“. Hier kommst du zur Seite.
Wie du es benutzen kannst – auch als Jugendlicher
Du musst kein:e Journalist:in oder Profi sein. Du kannst bei deinem Informationsfreiheitgesuch dich nach diesen Schritten richten:
- Suche dir eine konkrete Frage
Beispiel: „Welche Kontrollen gab es im Zeitraum X in Bezug auf Thema Y?“ oder „Welche Entscheidung wurde getroffen und auf welcher Grundlage?“
- Mach die Anfrage so einfach wie möglich
Je genauer du Ziel und Zeitraum nennst,
desto weniger Raum haben die Behörden, auszuweichen.
- Frag nach Dokumenten/Infos, nicht nach Interpretationen
Also eher: „Bitte senden Sie mir die Daten/Unterlagen/Protokolle/Listen…“ statt „Erklären Sie mir, warum…“ (Erklärungen kommen dann oft als Folge).
- Nutze Ergebnisse für Dinge, die du wirklich brauchst
Schule/Projekt: Informationen für ein Referat oder eine Recherche
Verein/Initiative: Fakten für eine Diskussion
Alltag: z.B. Hygiene-/Verbraucherfragen (wenn entsprechende Daten/Ergebnisse verfügbar sind)
- Mini-Beispiel (realistisch):
Wenn du wissen willst, wie eine Stadt/Behörde mit einem Thema umgeht (z.B. Kontrollen in einem Bereich), frag nach dem Zeitraum + Art der Kontrolle + vorhandenen Auswertungen/Listen. So bekommst du etwas, mit dem du direkt arbeiten kannst (z.B. Bußgelder).
Mehr:
- tagesschau.de: Was sich bei der Informationsfreiheit ändern soll
- LfDI RLP: Informationsfreiheitsbeauftragte kritisieren Pläne der Bundesregierung […]
- Netzpolitik.org: Schwarz-Rot plant Frontalangriff auf Journalismus und Transparenz
- Humanrightswatch.org: Deutschland: Regierung greift Informationsfreiheitsgesetz an
















