Sexualisierte Deepfakes

unsplash | Zhivko Minkov

Der Fall, den die Schauspielerin Collien Fernandes im März 2026 öffentlich machte, zeigt ein erschreckendes Vorgehen gegenüber Mädchen und Frauen: DeepNudes - mit KI erstellte Pornobilder von echten Personen.

Deepfakes kennen wir seit einigen Jahren. In ein Bild oder Video wird täuschend echt eine Person, oft ein Prominenter oder Politiker, eingebaut und das Ergebnis ist von einer tatsächlich so passierten Sache kaum zu unterscheiden. Doch auch normale Personen können mittlerweile mit Apps und Programmen leicht in solche Fake-Videos und Bildern eingebaut werden. Und hier geht es oft um sexualisierte und pornographische Darstellung, eine Person wird digital ausgezogen oder ihr Kopf auf den Körper einer Pornodarstellerin montiert. Dann spricht man von Deepfake-Nacktbildern - auch DeepNudes genannt. Die Opfer solcher DeepNudes sind fast ausschließlich Frauen und Mädchen. Die Täter: oftmals aus dem unmittelbaren Umfeld. 

Wie kommt es zu DeepFakes

Mittlerweile genügen wenige Fotos einer Person, um daraus ein KI-generiertes Abbild, auch als Bewegtbild, zu erstellen. Sobald jemand also Bilder von dir in einem SocialMedia-Profil sieht und davon Screenshots erstellt, könnte er loslegen. Nun bist du auf diesen Bildern vermutlich nicht nackt - doch das “Ausziehen” erledigt die KI. Die KI “Grok” von Elon Musk ist in der Vergangenheit für genau dieses Vorgehen in Kritik geraten, dass man damit sehr einfach Personen auf Fotos ihrer Kleider entledigen und einen vermeintlich echten, nackten, Körper generieren konnte. Mehr über sexualisierte Gewalt durch Bilder kannst du hier bei Klicksafe erfahren.

Wie verhält es sich rechtlich?

Die Verwendung von Fotos einer Person ohne deren Einwilligung verstößt gegen das Recht am eigenen Bild. Das Erstellen solcher Fake-Pornos ist also rechtswidrig. Hinzu kommt zum Teil auch Identitätsdiebstahl, wenn sich jemand im Netz als die betroffene Person ausgibt und mit anderen chattet. Aktuell wird diskutiert, ob das Strafrecht in dieser konkreten Form sogar noch verschärft werden sollte, um die Täter wegen Sexualdelikten anklagen zu können. 

Was können Betroffene tun?

Der Fall von Collien Fernandes, die öffentlich über die Taten spricht, die ihr widerfahren sind zeigt, dass Frauen und Mädchen keine Schuld trifft. Dennoch ist es für Betroffene zunächst schwer, über die Taten zu sprechen. Wenn du oder eine Freundin von dir Opfer von DeepNudes geworden sind, dann gibt es Hilfsangebote die dir zum einen Helfen, die Verbreitung der Bilder einzuschränken und auch die Täter rechtlich zu verfolgen.

Hier kannst du dir Hilfe holen oder Fragen stellen:

  • Nummer gegen Kummer: Kinder- und Jugendtelefon (anonym und kostenlos). Rufnummer: 116 111 (Mo-Sa von 14-20 Uhr) sowie Online-Beratung per Mail oder Chat. Elterntelefon (anonym und kostenlos). Rufnummer: 0800 111 0 550 (Mo-Fr 9-17 Uhr, Di-Do 9-19 Uhr.). Website: www.nummergegenkummer.de.  
  • Juuuport: Kostenlose Beratungsstelle von jungen Menschen für junge Menschen. WhatsApp-Beratung oder E-Mail unter: https://www.juuuport.de/hilfe/beratung.
  • HateAid: Kostenlose Beratungsstelle für Betroffene digitaler Gewalt. Rufnummer 030 25208838 (Mo 10-13 Uhr | Di 15-18 Uhr | Do 16-19 Uhr). E-Mail: beratung(at)hateaid.org. Website: www.hateaid.org/betroffenenberatung.
  • Hilfe-Telefon sexueller Missbrauch: Anonyme, kostenlose und mehrsprachige Hilfe und Beratung. Rufnummer 0800 22 55 530 (Mo, Mi, Fr 9-14 Uhr | Di, Do 15-20 Uhr) sowie unter Hilfe-Portal Sexueller Missbrauch.
  • Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe: www.aktiv-gegen-digitale-gewalt.de/de/.

 

Mehr:

Mehr zu "FakeNews", "Cybermobbing" und "Künstliche Intelligenz"