Bildgeneratoren im Faktencheck

Humanoider Roboter malt an einem Bildschirm mit Farbpalette und Pinsel in der Hand
generiert mit canva.com

Du gibst das Kommando und schon schwingt die KI den Pinsel. Wenn Michelangelo und Picasso wüssten, wie einfach das heute geht! Aber: Was passiert eigentlich mit den Bildern, die du als Vorlage hochlädst? Und kannst du sie wieder löschen lassen, wenn die KI sie als Trainingsdaten nimmt?

Wie funktioniert ein Bildgenerator eigentlich? Programme wie DALL·E, Midjourney oder Stable Diffusion erzeugen Bilder auf Basis riesiger Datenmengen, die sie sich zuvor einverleibt haben. Die KIs haben gewissermaßen ein Kunststudium im Schnelldurchlauf abgelegt. Aus all den Bildern, Fotos, Zeichnungen und Illustrationen wissen sie, wie ein Hund aussieht oder welche Farben Menschen bei einem Sonnenuntergang bevorzugen. Aus deinem Prompt („Male mir ein Bild von einem Hund mit Sonnenbrille am Strand“) baut die KI dann in Sekunden ein farbenprächtiges Meisterwerk. Und wenn dabei nichts schiefgeht, hat der Hund auch vier Beine.
 

Was passiert mit meinen Fotos?

Vielleicht hast du auch schon gesehen, dass man manchmal ein Foto aus der eigenen Mediathek als Grundlage nehmen kann. Du kannst deine Bilder durch KI schnell retuschieren oder verbessern lassen. So sind Bilder im Comic-Stil möglich, die man dann gern als Profilbild nimmt. Vielleicht möchtest du deine Mutter ins Mittelalter versetzen? Oder deinen Freund mit einer Collage überraschen? Diese Bilder müssen zwangsweise auf den Servern der Anbieter gespeichert und verarbeitet werden – zumindest für eine bestimmte Zeit. Ob sie später gelöscht werden, entscheidet der Anbieter. Dafür musst du dich in den AGB der Dienste durchwühlen, um die Infos herauszubekommen. Darüber hinaus musst du immer davon ausgehen, dass KIs die von dir hochgeladenen Fotos sowie deine Prompts zum weiteren Trainieren benutzen.

Kann ich meine Fotos löschen lassen?

Prinzipiell und theoretisch ja. Aber leicht machen dir die Apps das Löschen des eigenen Bildmaterials nicht. Vielleicht gibt es irgendwo eine entsprechende Einstellung. Vielleicht musst du dich auch an den Support wenden. Wenn dein Foto bereits zum Training der KI benutzt wurde, lässt sich das in der Regel nicht rückgängig machen. Schon mal versucht, ein ausgeschüttetes Glas Wasser wieder aus dem Ozean zu entfernen? Zu dieser Thematik, wie schwierig oder sogar unmöglich es ist, Bilder aus der KI wieder entfernen zu lassen, gibt es ein Experiment vom BR (BR24: Bayerischer Rundfunk), das den DAME-Preis 2024 gewann.

 

Was sollst du dir immer vor Nutzung der Bildgeneratoren überlegen?

  • Überlege dir gut, ob du wirklich Fotos von dir an die KI geben willst? Bist du damit ok, dass sie in deine Fotos mit deinem Gesicht als Trainingsdaten in die KI einfließen? Mach es bitte auch nicht mit Bildern von anderen Personen, da gerade Bilder und Fotos biometrische Daten beinhalten. Biometrische Daten gehören zu den besonders sensiblen Daten nach DSGVO, da durch sie eine Person auch von der KI direkt identifizierbar sein könnte. Deswegen lieber darauf verzichten oder vorher deren Erlaubnis einholen.
  • Lies dir die Datenschutzhinweise der Dienste in den AGB durch. Macht vielleicht wenig Spaß, aber dann weißt du zumindest vorher, ob du deine Fotos wieder löschen kannst oder sie zum Eigentum des Dienstleisters werden.
  • Fotos erscheinen lustiger, aber um deine Daten zu schützen, kann es noch viel kreativer sein, die KI mit spannenden Prompts zu bespielen.

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