Expertenkommission nimmt deinen digitalen Alltag unter die Lupe


Dein Smartphone ist wahrscheinlich das Erste, was du morgens in die Hand nimmst – und das Letzte, bevor du schlafen gehst. Social Media, Messenger, KI-Chatbots und Streaming gehören für die meisten Jugendlichen einfach dazu. Aber was passiert eigentlich mit deinen Daten, während du scrollst, chattest und suchst? Genau das hat sich jetzt eine Expertenkommission im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend angeschaut.

Was wurde untersucht? 
18 Expert:innen aus den Bereichen Recht, Psychologie, Medizin und Pädagogik haben eine umfassende Bestandsaufnahme zum Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt vorgelegt. Dabei geht es nicht nur um Cybermobbing oder Hatespeech, sondern auch ganz konkret um deinen Datenschutz. Die Kommission stellt fest: Viele Plattformen arbeiten mit sogenannten Dark Patterns – das sind manipulative Designelemente, die dich dazu bringen sollen, mehr persönliche Daten preiszugeben, als du eigentlich möchtest. Ein endloser Feed, der dich immer weiter scrollen lässt, oder ein Cookie-Banner, bei dem „Alle akzeptieren" viel größer ist als „Ablehnen" – das sind typische Beispiele.

Was hat KI damit zu tun? 
Besonders spannend: Die Kommission benennt verschiedene Risikobereiche, die durch KI-Systeme neu entstehen. Einer davon sind Datenschutzrisiken. Wenn du zum Beispiel einen KI-Chatbot nutzt, gibst du mit jeder Frage und jeder Nachfrage persönliche Interessen und Vorlieben preis – oft, ohne darüber nachzudenken. Hinzu kommen Risiken durch Deepfakes (also täuschend echte KI-generierte Bilder oder Videos) und durch vorgetäuschte soziale Interaktionen, bei denen eine KI so tut, als wäre sie ein echter Mensch.

Was bedeutet das für dich? 
Die Bestandsaufnahme zeigt auch, dass bestehende Schutzregeln – zum Beispiel aus dem Digital Services Act (DSA) der EU oder dem deutschen Jugendschutzgesetz – oft nicht ausreichend durchgesetzt werden. Alterskontrollen auf Plattformen funktionieren häufig nicht zuverlässig, und die Kontrollmechanismen greifen zu kurz. Wichtig zu wissen: Die Veröffentlichung enthält noch keine Handlungsempfehlungen, etwa für oder gegen ein Social-Media-Verbot. Konkrete Empfehlungen sollen Ende Juni 2026 folgen. Klar ist aber schon jetzt: Es braucht bessere Regeln, bessere Durchsetzung – und dass du selbst weißt, wie du deine Daten schützen kannst. Schau deshalb regelmäßig in die Privatsphäre-Einstellungen deiner Apps und überlege dir gut, welche Informationen du mit KI-Diensten teilst.

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