Anonym oder Pseudonym?

Abstraktes blaues Profilgesicht aus leuchtenden Linien und Punkten vor DNA-/Netzwerk-Hintergrund.
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Apps, Webseiten und Spiele sammeln viele Daten. „Kein Problem“, denkst du. „Ist doch alles anonym.“ Aber was genau bedeutet anonym? Heißt das wirklich, dass niemand dich zurückverfolgen kann? Wir schauen uns mal den Unterschied zwischen anonymen und pseudonymen Daten an.

Was bedeutet Anonymisierung?

Anonymisierung heißt: Persönliche Infos werden so verändert, dass niemand mehr weiß, zu welcher Person sie gehören. Dein Name wird gelöscht, dein Alter wird nur ungefähr angegeben („13–15 Jahre“) und dein Wohnort vielleicht nur noch als Bundesland gespeichert. Wenn ein Spiel zum Beispiel nur auswertet, wie viele Spieler:innen aus Deutschland online sind, braucht es keine Namen. Sind Daten wirklich anonym, kann man sie keiner Person mehr zuordnen.

Und was ist dann Pseudonymisierung?

Stell dir vor, du meldest dich in einem Spiel nicht mit deinem echten Namen an, sondern mit einem Gamertag wie NinjaHamster16. In der Highscore-Liste bleibst du somit anonym, für den Anbieter aber nicht. Der muss deinen Nutzernamen mit deinem echten Account verknüpfen, damit Spielstand und Fortschritt gespeichert werden. Dazu benutzt er im Hintergrund Identifikationsnummern oder andere Codes. Das nennt man Pseudonymisierung: mit dem richtigen Schlüssel kann man das wieder zuordnen.

Können Daten wirklich anonym sein?

Das ist schwieriger, als es klingt. Stell dir vor, eine App weiß: Du bist 14, wohnst in einem bestimmten Gebiet, bist jeden Morgen um 7:20 Uhr online und spielst ein ganz bestimmtes Spiel. In einer kleineren Stadt kann das auch ohne Namen ziemlich eindeutig sein. Je mehr Infos kombiniert werden, desto leichter kann erkannt werden, um wen es geht. Deshalb sind Daten oft nur „fast anonym“ – aber eben nicht komplett.

Was bleibt trotzdem rückverfolgbar?

Viele Apps erkennen dich über deine Technik. Dein Smartphone, dein Browser oder deine IP-Adresse hinterlassen Spuren. Auch Bewegungsdaten sind kritisch: Wenn du Google Maps erlaubst, deinen Weg aufzuzeichnen, weiß man schnell, wo du wohnst oder zur Schule gehst. Werden solche Daten zusammengeführt, kann aus scheinbar anonymen Infos wieder eine echte Person werden. Das nennt man Re-Identifizierung.

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