Oktoberfest Spezial - Upskirting ist ein Problem!

Lebkuchenherzen zum Oktoberfest geschmückt
Foto von Jonathan Rathgeb auf Unsplash

Jeder hat das Recht an seinem eigenen Bild. Das ist so wichtig, dass das Bundesverfassungsgericht dies aus den ersten beiden Artikeln des Grundgesetzes abgeleitet hat.

 

Manchmal sehen wir unsere Gesichter in Social Media und denken uns „Warte mal. Der hat mich doch gar nicht gefragt, ob ich das will". In diesem Moment wird gegen dieses Recht verstoßen. Das ist mittlerweile allerdings eher die Regel als die Ausnahme und wird oft nicht mehr als großer Eingriff in die Privatsphäre angesehen.

Upskirting

Was ist aber, wenn nicht nur unser Gesicht zu sehen ist? Was wenn Menschen intime Fotos und Videos von uns aufnehmen ohne unsere Einwilligung und diese im schlimmsten Fall auch noch im Internet teilen und vermarkten. Ein immer wieder auftretendes Phänomen, bei dem dies passiert, ist das sogenannte Upskirting. Dabei nehmen in aller Regel Männer ohne Einwilligung Fotos und Videos von Frauen auf und filmen ihnen unter den Rock. So kann es passieren, dass intime Bilder von Frauen auf fremden Handys oder sogar auf Plattformen wie YouTube landen. Dies ist für die Opfer oft traumatisierend und ist definitiv ein ernstzunehmender Eingriff in die Intimsphäre der Betroffenen. Kein Mensch will das ohne ihre oderseine Zustimmung!

Strafbarkeit

Seit 1.1.2021 ist das neue Gesetz zum Upskirting in Kraft getreten. Dieses sieht zwar bei Aufnahmen vom Intimbereich Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren vor, allerdings bleibt dieser übergriffige Voyeurismus oft für die Täter folgenlos, denn der neue „Upskirting" Paragraf §184k Strafgesetzbuch greift oft nicht. Noch gibt es keine Regeln für bearbeitete Bilder oder etwa für Bilder von Großveranstaltungen, was das Oktoberfest und andere Volksfeste nunmal sind. Erschwerend kommt noch hinzu, dass Betroffene sexualisierter Gewalt oft bei Behörden wie der Polizei nicht ernst genommen werden. Zumindest die Gesetzeslücke will die Bundesregierung jetzt schließen.

Wie kannst Du Dich schützen?

Zunächst einmal: Kein noch so kurzer Rock, kein noch so knappes Kleid und generell keine Kleidung überhaupt rechtfertigen sexuelle Übergriffe. Das gilt genauso für das Upskirting. Schuld ist immer der Täter oder die Täterin. Allerdings gibt es immer wieder Menschen, die zu Täter:innen werden. Deshalb ist es wichtig, sich selbst gegen derartige Übergriffe zu schützen – egal ob Frau, Mann oder Menschen aus der LBGTQ-Community.

Wir stellen Dir im Folgenden einige Links zur Verfügung, die darüber aufklären, was Du im Vorfeld Deines Besuches des Oktoberfests oder eines Volksfests machen kannst und wie Du Dich verhalten kannst, wenn Du betroffen bist oder Zeuge oder Zeugin wirst:

 

 

Dies sind alles Informationen vom Münchner Oktoberfest, die aber auch für Dein Volksfest und die Kirmes vor Ort hilfreich sind. Informiere dich vor Deinem Besuch, ob es einen Safe Space und ein Awareness Konzept des Veranstalters gibt, damit Du Deinen Volksfestbesuch genießen und unbeschwert feiern kannst!

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